Bereits Ägypter und Römer schmückten ihre Hälse mit Stoffstücken, die als Vorläufer der heutigen Krawatte gelten. Wurden diese Halsbinden damals hauptsächlich zum Schutz gegen Kälte getragen, wandelte sich deren Funktion während der Französischen Revolution allmählich zum Schmuckstück. Gefallen daran fand der Überlieferung nach zuerst "Sonnenkönig" Ludwig IX, der kroatische Söldner für Frankreich anheuerte.
Teil deren Uniform war ein Stück weißen Stoffes, das am Kragen in Form einer Rosette befestigt war und deren Enden über die Brust hingen. Die Franzosen bezeichneten dieses Stoffstück "croatta", das, ausgehend vom französischen Königshof, bald darauf in ganz Europa populär wurde.
Die Krawatte war fortan aber nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern brachte auch politische Überzeugungen zum Ausdruck. Während der Adel zur Zeit der Französischen Revolution weiße Seidenkrawatten trug, waren die Revolutionäre an ihren bunten Baumwolltüchern zu erkennen. Um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, trugen die Revolutionäre zur Zeit der Aufstände im Deutschen Reich um 1848 wiederum demonstrativ rote Halstücher.
Die Krawatte war stets den Strömungen der Zeit unterworfen. Bis 1860 wurde vorwiegend eine kurze, breite Form getragen, die heute als Schlips bezeichnet wird. Erst im Anschluss daran setzte sich der Langbinder durch.
In der uns bekannten Form gibt es die Krawatte erst seit den 1920er Jahren. Der Amerikaner Jesse Langsdorf schneiderte diese als erster aus drei Teilen, diagonal zum Fadenverlauf, was ein komfortableres Binden und Tragen ermöglichte.
Klassisch getragen wird Hemd und Krawatte heute zum Herrenanzug. Materialien sind Seide oder andere Naturfasern, aber auch zunehmend Kunstfasern wie Polyester. So wie Stoffe, Farben, Längen und Breiten der jeweiligen Mode unterworfen sind, sind es auch die diversen Bindearten: über 180 Knoten-Varianten sind bekannt, wie z. B. der Four-in-Hand-Knoten, halber und voller Windsorknoten oder Manhattenknoten.
Als Klassiker unter Krawattenmustern gelten Clubstreifen, die diagonal verlaufen und scheinbar nie aus der Mode kommen. Auch geometrische Muster mit Punkten oder Kreisen, Rauten oder Quadraten, gehören zu den klassischen, wie auch sogenannte all-over Designs, wie Paisley- oder Pepitamuster. Ebenso erhältlich sind Krawatten im Streifen- und Foulard-Design, uni oder mit Emblemen versehen.
Krawatten werden von allen bekannten Herrenausstattern angeboten. Klingende Namen wie Hugo Boss oder Giorgio Armani finden sich ebenso wie z. B. Valentino, Versace, Eterna, Altas Design oder Gucci. Zentren der europäischen Krawattenproduktion sind das italienische Como und das deutsche Krefeld. Produziert werden dort vorwiegend qualitativ hochwertige Stücke, während die Massenproduktion in Billiglohnländern wie China oder Vietnam stattfindet.